Was ist Homöopathie?

Was bedeutet der Begriff Homöopathie?Homöopathie Pastille und Mörser

Heile durch Ähnliches

Ein Arzneimittel, dass am Gesunden eine gut bezeichnete Gruppe von Symptomen hervorruft, kann ein ähnliches Symptomenbild bei einem Kranken beseitigen

Similia similibus curentur

"Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden"

 

Der Begriff Homöopathie leitet sich vom griechischen "homoion pathos" her. Die Bedeutung dieses Wortes heißt so viel wie 'ähnliches Leiden'.

Und genau dieses therapeutische Leitprinzip spiegelt sich in der Homöopathie wieder.

Ähnlichkeitsgesetz - Heile Ähnliches mit Ähnlichem - Similia similibus curentur 

Die Homöopathie ist eine eigenständige Heilweise mit mehr als 200-jähriger Geschichte. Das Ähnlichkeitsgesetz bedeutet also, dass in der Homöopathie eine Arznei verschrieben wird, die in der Lage ist, beim Gesunden ein möglichst ähnliches Symptom hervorzurufen. Konkret heißt das, bei einem Durchfall wird ein Mittel verordnet, dass Durchfall hervorruft. 

Der Begründer der Homöopathie ist der deutsche Arzt, Chemiker, medizinische Schriftsteller und Übersetzer  -  Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755 bis 1843). Wichtige Leitprinzipien finden sich in Hahnemanns 'Organon der Heilkunst'. §§ 20, 21, 22 ff. Arzneimittelwirkungen, Simile, Ähnlichkeitsgesetz ...

In der Homöopathie werden Heilmittel aus allen Bereichen der Natur verwendet. Es werden Arzneien aus dem Pflanzenreich (beispielsweise die Ringelblume - Calendula officinalis), dem Tierreich (z. B. das Gift der Honigbiene - Apis mellifica), Metalle (wie Metallisches Gold - Aurum metallicum), Mineralien (z. B. Calcarea carbonica - Calciumcarbonat) und Chemikalien verwendet. Auch Sarkoden (gewonnen aus menschlichem oder tierischem Gewebe) oder Nosoden (gewonnen aus krankhaften Körperabsonderungen) werden in der Heilkunde der Homöopathie verwendet.

Da die verwendeten Stoffe für die Arzneien zum Teil so giftig sind (Sturmhut, Arsen, Brechnuss...), kam es zu unliebsamen Effekten. Deshalb versuchte Hahnemann diese unangenehmen Reaktionen zu vermeiden. Seine Schlußfolgerung: Verdünnungen mildern die Nebenwirkungen, gleichzeitig erhöhen sie die Heilkräfte. Durch Potenzierung* verlor sich also die Giftigkeit. Nun gibt es lösliche und unlösliche Stoffe. 

Aus löslichen Stoffen wurden Tinkturen hergestellt. Hahnemann verwendete 1 Tropfen und fügte 99 Tropfen Weingeist hinzu. Er schlug das Fläschchen mehrmals gegen eine feste, aber elastische Unterlage. Eine Arznei im ersten Potenzgrad (auch C 1) entstand. Hiervon wieder ein Tropfen mit 99 Tropfen Weingeist gemischt und wiederum verschüttelt, ergab die C 2 usw.

Unlösliche Stoffe (Silber, Gold, Blei...) wurden bis zur C 3 mit einem Mörser mit Milchzucker verrieben. Diese Prozedur dauerte pro Stufe etwa eine Stunde lang. Die C 3 wurde im Verhältnis 1:99 mit Weingeist vermischt und dann in flüssiger Form weiterpotenziert.

Erstaunlich war, dass die Arzneikraft sich nicht verlor, obgleich sich die Giftigkeit verlor. Ganz im Gegenteil, nahm die Wirksamkeit um so mehr zu, je höher die Mittel potenziert wurden. 

Diese sehr zeitaufwendige Prozedur erklärt auch die teuren von hand gefertigten Arzneien (Qualitätsunterschiede). 

 

Die Bedeutung der Homöopathie Homöopathie

Wiedergegeben sind die Grundsätze der Homöopathie im 'Organon der Heilkunst', was übersetzt so viel bedeutet wie 'Werkzeug des Heilens'. Der Verfasser dieses 'Leitfadens' ist Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie. Die 6. Auflage wurde in Deutschland 1921 veröffentlicht; mit fast 80 Jahren Verspätung. Dieser 'homöopathische Leitfaden' ist ein Muss jedes Homöopathen und ganzheitlich tätigen Behandlers. Nicht jeder Homöopath ist tatsächlich ein Homöopath im Sinne Hahnemanns (Stichwort Klassische Homöopathie, Komplexmittel, Qualitätsunterschiede in der Ausbildung, Zertifikate...). Das Motto, welches Hahnemann diesem 'Leitfaden' zugeordnet hat, lautet "aude sapere" - wage zu wissen 

Weitere wichtige Bücher von Samuel Hahnemann:

'Die chronischen Krankheiten' Theorieband zur Behandlung chronischer Krankheiten

'Hahnemanns Arzneimittellehre' = Reine Arzneimittellehre = 'RAML' (Gesammelte Arzneimittelprüfungen)

Es gibt viele wichtige Homöopathen, die diese Heilweise nach seinem Tode weitergegeben haben und noch immer wertvolle Dienste im Sinne der Homöopathie - bis zum heutigen Tage - geleistet haben und noch täglich leisten. Die Reihenfolge der folgenden Liste ist völlig belanglos gewählt und mit absuluter Sicherheit niemals vollständig zu bekommen. 

Namhafte Homöopathen:

Clemens von Bönninghausen, Georg Heinrich Gottlieb Jahr, William Boericke, Cyrus Maxwell Boger, James Tyler Kent, John Henry Allen, Robin Murphy, Constantin Hering, E. A. Farrington, Armin Seideneder, Frans Vermeulen, Jan Scholten, Georgos Vithoulkas, Rajan Sankaran, Adolf Voegeli, Eugene B. Nash, Elizabeth Wright Hubbard, M. L. Sehgal, Sanjay Sehgal, Farokh J. Master, Peter Gienow und viele Weitere.  

 

Zusammengefasst kann man diese Heilkunst in etwa folgendermaßen wiedergeben:

Die homöopathische Arzneimittelprüfung - Erprobung
der als Medikament verwendeten Substanzen
am gesundenHomöopathieflasche mit Globulis Menschen

Die Wahl und Anwendung der so erprobten Medimamente gemäß dem Ähnlichkeitsgesetz

Die Anwendung nur eines einzelnen Heilmittels

Die Anwendung der kleinsten Dosis

 

 

 

*Potenzierung= stufenweise Verdünnung 

 

1820 schrieb Johann Wolfgang von Goethe über die Homöopathie: "...ich glaube jetzt eifriger denn je an die Lehre des wundersamen Arztes, seit dem ich die Wirkung einer allerkleinsten Gabe so lebhaft gefühlt und immer wieder empfinde."

"Die Homöopathie heilt mehr Kranke, als jede andere Behandlungsmethode, und sie ist jenseits allen Zweifels sicherer und ökonomischer. Sie ist die umfassendste medizinische Wissenschaft." Mahatma Gandhi